Erlernte Umgangsformen

Manchmal bemerke ich erstaunt, dass sogar bei mir einige erlernte Umgangsformen Anklang fanden. So stösst es z.B. sauer auf, wenn man als Einzelperson mit Sie, anschliessend die Gruppe aber mit Ihr oder Euch angesprochen wird. Ich selbst bin ja auch nicht gerade ein Freund gepflegter Manieren, aber bei solchen Dingen fühlt man sich schon fast instinktiv unwohl, als ob man gleich die elterliche Stimme im Rücken hört, die mit den Worten “Sowas sagt man aber nicht!” den kleinen Fehler korrigiert…

Do it yourself: Icons

Giril Grouchnikov beschreibt in seinem Eintrag die Erstellung von Icons innerhalb des eigenen Programms. Nette Kleinigkeiten bei seinem Weg:

  • Die Buchstaben sind anti-aliased.
  • Ein weißes Highlight liegt in der oberen, linken Ecke, um dem Icon einen 3D-Look zu verpassen.
  • Das Highlight beeinflusst den schwarzen Rand nicht, der ebenfalls anti-aliased ist.
  • Das Plus-Zeichen hat einen halbtransparenten weißen Halo, um es besser an die Farben anzupassen.

Unbedingt lesen und vielleicht sogar mal ausprobieren. Eine schöne Idee, zumal die Icons auch skalieren – das sollte man mit statischen Pixel-Icons nicht versuchen.

Erschreckende Bekenntnisse eines “Cyholics”

OhmyNews International bringt ein nettes Interview mit einer Power-Chatterin, die über ihre Suchterfahrungen auf einer koreanischen Seite berichtet. Dort werden auch einige Hintergründe beleuchtet, warum diese Seite so beliebt war und damit auch gutes Geld verdient hat.

I was a cyholic, a Cyworld addict.

Each morning I woke up with blood shot eyes and a headache. That was nothing compared to more serious symptoms I eventually developed after being “on” Cyworld. I found myself turning into a serious exhibitionist and a stalker, a common symptom for cyholics. I will share my experience after “overdose” of Cyworld and what I have learned through the process of rehabilitation.

Auf der Seite konnten sog. Mini Pages für jeden Benutzer eingerichtet werden, auf denen die Besucher etwas erfahren konnte. Ausserdem konnte man ein sog. Cyber Home kaufen und es mit netten Tapeten, Einrichtungsgegenständen, Haustieren und anderen Dingen ausrüsten. Dazu konnte auf verschiedenste Weise Geld in Acorns umgewandelt werden, mit denen alles in Cyworld bezahlt wurde. Darin erkennt man den Versuch, den Wert des Geldes aus den Gedanken der Benutzer zu vertreiben, indem man ihnen die Acorns als Ausweichwährung anbietet. Das Geld wird damit auch virtuell und die Verluste (oder eher: die Bezahlung) geht leichter von der Hand.

Dieses Vorgehen wurde dadurch gefördert, dass man Acorns an andere User verschenken konnte und diese Geschenke das eigene Karma, die Sexiness und das Ansehen in der Gemeinschaft verbesserten. Schöner Einfall, und die Klickbereitschaft gab den Betreibern recht.

Cyworld displays your popularity on your front page, fueling the addiction. The bar graph compels you to seek acorns night and day. Each bar is labeled “sexiness,” “fame“, “friendliness,” “karma” and “kindness“. Cyworld knows that Koreans tend to be ambitious and ostentatious. They use this knowledge to display the front page with a measurement of “success“.

Die digitale Währung und der unbedachte Umgang wird durch die zwanglose Umgebung begünstigt und es lassen sich alte Prinzipien erkennen, die es auch im echten Leben gibt:

Most of my friends had entered Cyworld before me and their mini rooms showed just that. They had tons of digital items such as fancy wallpapers, furniture, pets and more. Their number of visitors exceeded mine by far, triggering my ambition and jealousy.

Der gute, alte Gruppenzwang scheint also auch in Korea zu funktionieren. Meine Freunde haben ein schönes – wenn auch virtuelles – Appartement, also brauche ich auch eins. Das altbekannte Prinzip. Obwohl ich selbst für mich eine Suchtgefahr ausschliesse, obwohl ich oft und gern am Rechner und im Intenet sitze, kann ich mir durchaus vorstellen, dass es für einige Menschen gefährlich werden kann. Daher sollte man die Augen offen halten, und vielleicht bei seinen Kindern oder Bekannten mit einem offenen Ohr zuhören…

Update: Der Fall ‚Kottke‘

Seit einigen Tagen erntet Jason Kottke Ruhm und Ehre und manchmal auch Lange Einträge in anderen Blogs (Anil Dash), über seine Entscheidung zum professionellen Bloggen. Manchmal gutes, manchmal schlechtes. Manchmal aber auch das Richtige.

Of course, that’s the kind of statement that gets bloggers ridiculed (often
rightly so) for hubris, or for losing perspective. So let me explain. In short,
Jason’s decided that blogging as a medium deserves to be supported for its own
sake, not as an adjunct or a lesser sibling to other media, and to put his
money where his mouth is.

Der Eintrag enthält eine gehörige Portion Optimismus und sehr viel Idealismus. Wie ich schon sagt: Ich bin gespannt, ob das Experiment gelingt. Sicher bin ich mir noch immer nicht. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob Kottkes Prognosen für sein Einkommen richtig sind und ihm das langfristige Bloggen als Hauptberuf ermöglichen.

Der Fall ‚Kottke‘

Der Fall Kottke schlägt im Moment hohe Wellen in der sog. Blogosphäre. Selbst in Deutschland applaudiert und wundert man sich über den Mut von Jason Kottke, der seine Arbeit zugunsten seines Weblogs aufgab. Er möchte in Zukunft hauptsächlich an seiner Seite arbeiten, die ca. 25.000 Besucher pro Tag anzieht. Allerdings möchte sich Jason Kottke nicht durch Werbeeinnahmen finanzieren – er ersucht die Leser seiner Texte um eine Patenschaft.

I recently quit my web design gig and — as of today — will be working on kottke.org as my full-time job. And I need your help.

In seiner Erklärung dieser Initiative schreibt er ausführlich über die Vermeidung des Begriffes Spende, da dieser Titel etwas bezeichnet, für das man keine Gegenleistung bekommt. Für Kottke ist die Patenschaft (oder ein Abbonement) der bessere Weg, denn er möchte seinen Lesern auch etwas für ihr Geld bieten.

Im Moment gibt es sich zuversichtlich, dass sein gestecktes Ziel (er möchte 1/3 – 1/2 seines früheren Verdienstes erreichen) in erreichbarerer Nähe liegt. Ich kenne mich in der Blogosphäre Amerikas nicht genügend aus, um hier zu widersprechen. In Deutschland wäre so etwas aber sehr dumm – oder sehr mutig. Bei der Geiz-Ist-Geil-Stimmung könnte man jedenfalls nicht darauf hoffen, genügend Geld für den Betrieb seiner Seite und den Lebensunterhalt zusammenzukratzen.

Trotzdem: Ich wünsche Jason Kottke alles Gute und werde seine Seite weiter aufmerksam verfolgen. Sicher ist, dass seine Entscheidung schon jetzt Kreise zieht.

Und wieder: Neues Design

Nachdem ich einige Zeit das Design Kubrick von Michael Heilemann benutzt habe, ist heute ein neuer Vertreter dieser Art hier eingezogen: Steam ist ein Ableger von Kubrick, gefällt mir aber im Moment besser. Die runden Kanten sind passé, ab sofort wird das Eckige groß geschrieben.

Hauptsächlich liegt dieser Designwandel aber wohl an meinen Kopfschmerzen, die mich heute vormittag von eigentlich allen anspruchsvollen Tätigkeiten (eigentlich sollte ich doch noch ein paar Seiten tippen?) abhalten. Ich kann mich auch kaum auf die notwendigen Anpassungen des Themes an die deutsche Umgebung und meine persönlichen Vorlieben konzentrieren – falls wichtige Teile fehlen, wäre ein kleiner Hinweis an meine eMail sehr nett. Vielen Dank!

Heiße Milch mit Honig

Es ist soweit: Nachdem meine Keyboard-Schülerin gestern abend noch rumgeschnieft und -gehustet hat, kam ich mir gestern nacht schon erschlagen vor. Schlimmer wurde es aber, nachdem ich heute morgen die Augen aufgemacht hatte. Kratzen im Hals und eine trübe Benommenheit im Schädel – Anzeichen einer heraufziehenden Krankheit oder doch nur Müdigkeit?

Heute habe ich also zu einem der letzten Mittel gegriffen, die jetzt noch bleiben: Heiße Milch mit Honig. Wer hat sich das eigentlich mal ausgedacht? Generationen von Eltern flößen dieses grausame Getränk ihren Kindern ein, immer mit den Worten “Das hilft, wirst schon sehen.”. Aber wer hat gesagt, dass es hilft? Und gibt es für so eine Behauptung wissenschaftliche Beweise und Grundlagen?

Ich werde die Honigmilch jedenfalls trinken. Ich möchte nämlich auf keinen Fall am Wochenende krank werden. Auf keinen Fall. Und wenn ich auch noch Zwieback essen muss.