Ich bin beim 29c3

Bevor ich das vergesse: ich binwar übrigens beim 29c3.

Das Web zurück erobern

Im Moment scheinen die Leute rund um die Welt aufzuwachen und bemerken,
dass das Internet, wie wir es kennen, bald nicht mehr existiert. Jetzt
ist Spreeblick dran
.

Es wird also Zeit, dass wir uns – und damit meine ich alle
Internet-Nutzer, deren Nutzungsverhalten über den gelegentlichen
Online-Einkauf von Waren hinaus geht – das Web zurückholen. Nicht,
indem die Nerds unter uns die Zeit zurückdrehen wollen und von
früher schwadronieren. Und auch nicht, indem wir die genannten
Gewinn-orientierten Unternehmen verteufeln, sie boykottieren und
ignorieren. Ganz im Gegenteil: Wir sollten von ihnen lernen.

Das sind die Gründe, wieso ich immer noch einen Blog habe. Wieso ich
meine Links nicht so gern verkürze (obwohl ich myln habe). Wieso
ich Facebook nur zum Lesen nutze und bei Twitter nur während Events
schreibe.

Facebook wird genutzt, weil der durchschnittliche Nicht-Geek eben keine
Lust hat, sich stundenlang in mit FTP, HTML, Encodings, Webhosting usw
zu beschäftigen. Der einfache Nutzer will eben nur kurz seinen Freunden
sagen, was ihn gerade beschäftigt.

Für mich ist diese Stufe mit einem Blog mit Jekyll und Github
erreicht. Für andere muss es so einfach wie die Installation von
Facebook aus dem Appstore sein.

Wenn wir (also wir, die wir wissen, wie so etwas funktioniert) es jetzt
noch hinbekommen, dass die dezentralisierten freien Systeme so einfach
funktionieren wie Tumblr, dann werden die Nutzer vielleicht auch
wieder dazu übergehen, ihre Daten und ihre Identität selbst zu hosten.
Vielleicht kehren die Kommentare dann wieder auf die eigene Seite
zurück, statt unter dem getwitterten Shortlink auf den Blogpost, dann
auf dem zu Facebook kopierten Statusupdate mit dem gleichen Link und
dann zur Google+ zu zerfasern…

Natürlich werde ich meinen Account bei Twitter, bei Facebook und bei
Google+ behalten – aber für meine eigenen Inhalte bleibe ich auf meiner
Domain, verlinke mit vollen URLs und versuche bei zukünftigen Umzügen
URLs nicht kaputt zu machen.

Mein Anspruch an mich als Softwareentwickler

Ich schreibe jetzt schon seit einigen Jahren verschiedene Arten von Software – kleine Hilfsprogramme,
Webservices, Webanwendungen, Desktopsoftware, Shellskripte – und dabei hat sich bei mir eine gewisse
Haltung ausgeprägt, wie ich an solche Dinge herangehe und was ich selbst als gute Software betrachte.
Natürlich immer aus Sicht eines Softwareentwicklers, aber ich versuche mich auch als Tester und
als Architekt weiterzubilden.

Ich versuche auch, den Nutzer (egal ob Endkunde oder anderer Softwareentwickler) im Blick zu behalten.
Wenn ich also Software baue, höre ich in meinem Hinterkopf ein paar Fragen:

  • Wie oft muss ich klicken, um eine Funktion auszuführen?
  • Werden meine Eingaben übernommen und Fehler markiert oder muss ich alles nochmal ausfüllen?
  • Kann ich den Webservice ohne große Dokumentation verstehen?
  • Weiß ich, welche Daten ich liefern muss, um eine Antwort zu bekommen?
  • Ist die Fehlermeldung selbsterklärend oder steht da nur ein kryptischer Fehlercode?
  • Ist das für die Qualitätssicherung im Integrationstest nutzbar?
  • Muss ich noch etwas vorbereiten, damit ich den Code/die Funktionalität beim nächsten Mal erweitern kann?

Ausserdem gehören ein paar Dinge für mich auch selbstverständlich dazu:

  • Codestyle befolgen (und toolgestützt überprüfen lassen)
  • oft einchecken
  • immer eine aussagekräftige Commit-Message
  • Beherrschung der IDE/der Versionsverwaltung
  • Automatisiert testen
  • Zu jedem Zeitpunkt wiederholbare Deployments

Natürlich weichen die Tools und auch die Techniken von Projekt zu Projekt ab. Aber es gehört für mich zu
meiner Aufgabe als Softwareentwicklung, diese Ansprüche an mich selbst in allen Programmiersprachen und
Umgebungen anzuwenden.

Wie sieht das bei euch aus? Habt ihr auch einen Mindeststandard, den ihr auf eure Software anwendet?
Und welche Regeln befolgt ihr?

Onlinemagazin MATTER versucht es mit Qualität

Vor ein paar Tagen bin ich im Netz über Matter gestolpert, ein
Onlinemagazin, das mit langen Artikeln für 0,99€ die
Kostenloskultur aufzubrechen versucht.

Ich bin ja eher Freund von Flattr oder ähnlichen sozialen Tools
statt einer Paywall, aber ein Artikel wie dieser ensteht eben nicht
nur aus der Luft heraus. Der Autor hat Kosten, muss evtl. reisen um die
Leute zu interviewen und als Minimum verbraucht er seine Zeit, um alle
Informationen zusammenzutragen und sie verständlich in einen langen Text
zu bringen.

Bei Matter geht es nämlich nicht nur um kleine Schnippsel von
Informationen, die mit Links zu anderen Seiten gespickt sind. Es geht
wirklich darum, einen echten Artikel mit Informationen zu einem Thema
zusammenzustellen. Das bedeutet, die Arbeit steckt im Artikel und nicht
in einer verlinkten Seite. Der Autor muss also deutlich mehr machen,
als nur ein Zitat zu kopieren und einen Link drunter zu setzen.

Mir ist das einen Euro wert. Euch auch?