Eindrücke von der jbcnconf 2015

Die Konferenz ist vorbei und ich bin sicher wieder zuhause angekommen.
Ich versuche mal die Erinnerungen festzuhalten und hier aufzuschreiben.
Ein paar Fotos sind auch dabei.

Tag 0

Da ich einen Direktflug haben wollte, bin ich bereits einen Tag vor der
Konferenz in Barcelona angekommen. Den ersten Abend hab ich damit
verbracht, meine Sachen im Hotel abzuwerfen und anschliessend mit der
Metro zum Hafen zu fahren. Natürlich wollte ich mir den Strand und das
Meer angucken. Die Fahrt dorthin hat länger gedauert als ich dachte, vor
allem der Fussweg nach der Metro war deutlich länger als erwartet.
Anscheinend habe ich die Entfernungen auf der Karte unterschätzt,
obwohl ich mir per Google Maps die Fussweg-Routen habe anzeigen lassen.
Na gut, nachdem ich in einem Restaurant in Strandnähe etwas gegessen
habe, bin ich noch kurz den Strand entlanggelaufen und musste dann auch
schon wieder zurück in die Metro. Ziemlich müde bin ich dann im Hotel
angekommen und bei (fast) unerträglicher Hitze irgendwann eingeschlafen.

To the beach. #Barcelona IMG_20150625_205008 IMG_20150625_195720 IMG_20150626_075547 IMG_20150626_080042 IMG_20150626_074803 IMG_20150627_075733

Tag 1

Als geübter Frühaufsteher war ich natürlich erster beim Frühstück im
Hotel und bin mit ausreichend Puffer losmarschiert zur UPC. Die
Konferenz fand in den Räumlichkeiten der Universität statt. Die Hörsäle
waren klimatisiert, was die (für einen
Deutschen/Hamburger/Wintermenschen) Hitze in Barcelona erträglich
gemacht hat. Sobald ich aber die Gebäude verlassen musste, habe ich
darauf geachtet, im Schatten zu bleiben.

Der erste Tag der #jbcn15 war damit vorbei und ich bin vollauf
zufrieden. Die Talks waren sehr interessant, die Themen wie erwartet
genau in meinen Interessengebieten und die Gespräche zwischen den Talks
unterhaltsam und informativ.

Was sich bei mir verstärkt, oder eher: was ich vorher geahnt habe, wird
jetzt immer mehr zur Gewissheit: Container-based infrastructure, d.h.
Software z.B. in Docker-Images auszuliefern, wird in Zukunft der
Standard werden. Es wird wahrscheinlich noch lange dauern, bis das im
Großteil der Unternehmen angekommen ist, aber für mich ist dieser Trend
ganz klar zu erkennen. Auch die großen Unternehmen versuch sich jetzt zu
positionieren und wenn ein Projekt wie fabric8 komplett auf Container
umstellt
, sollte man sich die Technologie auf jeden Fall genauer
ansehen. Claus Ibsen ist davon überzeugt, und auch James
Strachan
hat in seiner Keynote keinen Zweifel gelassen, dass
Container für Software Deployment die gleichen revolutionären
Auswirkungen haben wird, wie die Container für die Schifffahrt.

Am Abend gab es dann noch eine lockere Runde mit Getränken. Dabei habe
ich auch noch ein paar Kollegen von Zalando kennengelernt, die am
zweiten Tag einen Talk geben – der bereits weit oben auf meiner must
see
Liste stand und jetzt noch ein wenig höher gerutscht ist. Scheint
eine sehr interessante Firma zu sein. 🙂

Auf dem Weg zum Hotel habe ich noch ein paar Schlangenlinien durch die
Strassen von Barcelona gemacht, in einem kleinen Supermarkt (ich würde
das eher als Tante Emma-Laden einsortieren, sehr nett) ein wenig
Wasser gekauft und anschliessend wieder in einem kleinen Restaurant
etwas gegessen. In den Strassen von Barcelona findet man anscheinend in
jeder Strasse ausreichend Restaurants und kleine Cafés, so dass man
nicht verhungern muss. 🙂 Anschliessend wieder zurück ins Hotel und
mit aufgedrehter Klimaanlage eingeschlafen.

Tag 2

Der zweite Tag hat wieder wie gewohnt angefangen: Frühstück im leeren
Frühstücksraum, Spaziergang durch die Strassen zur Universität. Diesmal
einen anderen Weg, und dabei musste ich feststellen, dass Crossfit
Diagonal
quasi direkt im Keller der Konferenz liegt. Da hätte ich
locker noch ein oder zwei Trainings absolvieren können. Naja, ich habe
die Zeit auch so gut verbracht und vielleicht sind ein paar Tage
Trainingspause im Moment gar nicht verkehrt.

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Wie auch immer, der zweite Tag war wieder voll mit interessanten Talk.
In den Pausen habe ich mit einigen anderen Teilnehmern gesprochen und
festgestellt, dass sich bei mir ein wenig Skepsis breit macht. Ob die
Container wirklich das richtige sind? Ganz offensichtlich ist das
Tooling noch nicht wirklich produktionsreif, gerade die
Management-Lösungen wie Fabric8 oder Mesos bzw Marathon
scheinen mir noch nicht wirklich mit der schnellen Iteration von
Docker bzw. Rocket aufgeholt zu haben. Das Load-Balancing,
Clustering und die Unterstützung ist vielleicht noch nicht dort
angekommen, wo die Kollegen aus den Operations damit zufrieden sind
und nachts beruhigt durchschlafen würden.

Ausserdem stellt sich die Frage, ob die Firmen wirlich groß genug sind,
um auto-scaling, dynamic deployments usw wirklich zu nutzen. Gerade wenn
man eine feste Nutzerbasis hat, braucht man vielleicht gar keine voll
skalierbare Cloudlösung… naja, darüber muss ich mir noch ein paar Tage
Gedanken machen, bevor ich etwas dazu aufschreibe.

Die Konferenz wurde von Gavin King mit einem Talk
über die Begriffe aus den modernen Programmiersprachen abgeschlossen,
der einige Unklarheiten bereinigen und Begriffe erläutern wollte.
Interessantes Thema, allerdings habe ich gemerkt, dass ich mich eher mit
der praktischen Seite der Softwareentwicklung und vor allem der
Auslieferung an Kunden beschäftige, als mit der Theorie über typisierte
Sprachen und der Auswirkung von typisierung auf Tool-Unterstützung. Das
ist ein gutes Thema für das Opening oder Closing einer Konferenz – und
ich werde mir ganz sicher Ceylon (die neue Sprache, an der Gavin
King arbeitet) angucken – aber die Auswirkungen von Containern auf das
Deployment meiner Software interessiert mich deutlich mehr.

Anschliessend wurden noch ein paar Bücher verlost und ein Ticket für
eine andere Konferenz. Ich habe erstaunlicherweise auch ein Buch
gewonnen, und zwar Camel in Action – das kann ich also gleich auf
meinen Schreibtisch im Büro legen und jeden Tag reingucken. Claus
Ibsen
hat es sich nicht nehmen lasen, die Bücher zu signieren

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Tag 3

Am letzten Tag bin ich nur noch per Aerobus zum Flughafen und habe
die letzten Stunden dort verbracht. Schatten und Klimaanlage hatten mehr
Anziehungskraft als einige Sehenswürdigkeiten in der Stadt – die bereits
um 0800h morgens heiß war, so dass ich nur im Schatten zur Metro und
zur Bushaltestelle gegangen bin. Der Sonnenbrand hält sich in Grenzen,
aber ich will nicht am letzten Tag mein Glück herausfordern. 🙂

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